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Werner Heinze
1973 - 78 Dekorationslehre und Abitur 
1978 - 83 Soziologiestudium an der Universität Bielefeld
seit 1983 freischaffender Maler
1983 - 88 Wohnsitz und Atelier in Cadaqués (E)
seit 1989 Wohnsitz und Atelier im Raum Oldenburg

Werner Heinze hat ein Gespür für Situationen, die durch ihren optischen Reiz etwas Zeitloses aufblitzen lassen: In seinen Bildern entsteht etwas, was sich als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen bezeichnen lässt: Durch die Konzentration der Atmosphäre einer Landschaft im malerischen Prozess wird der Ort aus seiner Alltäglichkeit oder zeitlichen Bedingtheit gehoben und neu erfahrbar. Die Arbeiten leben von dem unermüdlichen Drang, sich immer wieder des zeitlos Schönen im Licht der Gegenwart zu vergewissern. Seine Bilder sind keine nostalgischen Fluchten in eine schwelgerische, andere Realität, sondern Verweise auf ästhetische Nischen im Diesseits, die den Blick wie durch geöffnete Fenster für den Moment in eine andere Realität schweifen lassen.

Dr. Nils Olsen, Kunsthalle Emden 

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Impressum

Werner Heinze UST-ID Nr. DE 202139871 
Alte Dorfstr. 16  
26160 Bad Zwischenahn  
   
Tel. 0441 77 77 07 kunst@wernerheinze.de
www.wernerheinze.de 

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Kontakt

Werner Heinze

Alte Dorfstr. 16
26160 Bad Zwischenahn

0441 77 77 07
kunst@wernerheinze.de

Bei Interesse an meinen Arbeiten wenden Sie sich bitte auch direkt an eine Galerie in Ihrer Region

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Der Stand der Dinge

"Der Stand der Dinge"

Katalog 2000

Text: Willy Athenstädt
Kunsthalle Bremen


 

Katalogtext:

Widerhaken des Schönen

Werner Heinze - Gemälde

Werner Heinze hat seine Entwicklung als Maler autodidaktisch begonnen. Bevor der 1955 in Bad Rothen­felde Geborene vor 17 Jahren Freischaffender wurde, studierte er Soziologie in Bielefeld. 1983 zog er nach Cadaques / Spanien, wo auf er sein Ziel, zu malen, konzentriert hin arbeitete. Ausstellungen in Spanien und Deutschland dokumentieren seinen wachsenden Erfolg. Dabei ist sicher auch ausschlaggebend, dass sich in den letzten Jahren das Interesse des Publikums wieder mehr der realistischen Malerei zuwendet. Seit 1989 arbeitet und lebt der Maler wieder in Deutschland.

Werner Heinzes Öl- und Acrylgemälde der letzten Jahre sind dem unmittelbaren Eindruck verpflichtet. Die Stärke des Eindrucks spiegelt sich in monumentalem Bildaufbau und der Bewegtheit des Duktus. Heinze bringt seine Motive mit lebhaftem Gestus und mit breitem Pinsel auf die Leinwand, jedoch ohne je expressiv wirken zu wollen. Vielmehr gestaltet er Bauwerke und Natur aus großzügigen Farbflächen, die er - obwohl sie teilweise monochrom wirken - in viel­fältiger Tonalität ausarbeitet. Dabei sind es sowohl auf dem Bildträger gemischte, wie auf der Palette angesetzte Farben, die er mal spontan, dann wieder streng vorgeplant einsetzt. Besondere Aufmerksamkeit läßt er den Partien des reinen Lichts und des Schattens zukommen: Die Schattenbereiche sind in ihren Tönung geradezu bunt, die Lichter erinnern an die Liebermannschen Lichtflecken.

Charakteristisch ist für Heinzes Bildauffassung das 140 x 170 cm große Gemälde Brücke von 2000. Aus unmittelbarer Nahsicht blickt man über eine Parkbrücke hinweg auf eine Baumreihe und die dahinter sich vor einer Waldkulisse ausbreitende Wiese. Das die Brücke rechts und links begrenzende massive Geländer wird von den Bildrändern überschnitten und zieht den Betrachter nahezu in die Tiefe der Landschaft hinein. Als Farben dominieren das Grün der Vegetation, das Braun des Brückenwegs und das Weiß des Geländers. Das Subtile der Farbgebung offenbart sich da, wo man bemerkt, wie präzise die Stellen (Flecken) hellsten Sonnenlichts auf Handlauf und Pfosten und auf den Bodenbohlen in gleichem Weiß dargestellt sind. Der Reflex der hellsten Stellen auf den im Halbschatten liegenden Bereichen erzeugt eine warme Tönung - das gleiche Sienabraun, das hier abschattet, hellt dort die dunklen Stämme der Bäume auf. Immer wieder wird dieser Ton verwendet, um Gras und Blattwerk in das Lichterspiel einzubeziehen und zugleich eine Harmonisierung des Gesamten zu erzeugen. Das in seinem Gesamteindruck nahezu fotorealistisch anmutende Gemälde ist durchaus nicht in Feinmalerei ausgeführt. Vielmehr sind alle Partien in großzügiger Weise mit breitem Pinselstrich angelegt; die zunächst von scharfem Licht gezeichneten Konturen sind von Nahem betrachtet offen und weich im Verlauf. Brücke ist wie viele Werke Heinzes anscheinend von impressionistischer Haltung gekennzeichnet. Das liegt nahe, verweist der Maler selbst darauf, dass ihm Max Liebermann und Lovis Corinth bedeutende Vorbilder sind. Mit dem Hinweis auf die sogenannten deutschen Impressionisten ist Heinzes Werk jedoch allein nicht zu verstehen.

Mehr als der impressionistische Einfluss zählt das Realistische, wie es sich im Besonderen bei dem großen amerikanischen Realisten Edward Hopper zeigt. Am Ende seines Lebens formulierte Hopper zwar im Rückblick auf sein Werk: Ich glaube, ich bin immer noch ein Impressionist.' Kennt man seine Gemälde, Aquarelle und Gouachen, mutet einen dieses Urteil jedoch seltsam an. Er meinte wohl zweierlei. Zum einen verwies er damit auf seine Auseinandersetzung mit Malern wie Monet und Manet, mit denen er sich während seiner pariser Studienjahre auseinander gesetzt hatte, zum anderen war es wohl seine Erklärung dafür, dass er sich in seinen Bildern dem Eindruck von Lichtspiel und Farbstimmungen in Landschaften und Städtebildern widmete. Jürgen Harten, der sich mit Hopper anlässlich der Retrospektive in der Kunsthalle Düsseldorf 1980 befasste, verwies darüber hinaus gehend darauf, dass Hoppers Sicht realistisch sei, durchaus auch im Sinne des Kritischen Realismus, wiewohl die Nähe dazu dem Amerikaner nicht einmal schwante. Es seien aber ....die Stille und das Zwielicht, [..] Stillstand und das Schlaglicht ...², die jene Einsamkeit vermitteln, die ihn typisieren.

Es ist also nicht von ungefähr so, dass Werner Heinzes Gemälde an Hoppers Werk erinnern: Auch für ihn sind ins Licht getauchte Landschaften und Veduten charakteristisch. Auch seine Bilder kennzeichnen monumental wirkende Ausschnitte in Farbstimmungen verschiedener Tageszeiten. Die Leere seiner Motive rufen eine Anmutung von Einsamkeit hervor, die in der Stimmung denen des großen Amerikaners vergleichbar sind. Denn es ist dies, was Heinzes Gemälde über die malerische Qualität hinaus als Besonderes enthalten. Die Szenerie ist immer menschenleer - diese Verlassenheit und die Nähe vor dem Motiv lässt den Betrachter spüren, dass er hier alleine ist. Dazu tritt verstärkend die sich nach und nach deutlich machende Kühle der Farbgebung. Wenn man beim ersten Ansehen von Heinzes Gemälden den Eindruck von Schönheit, Harmonie und Ruhe hat, so offenbaren sich nach einer Weile irritierende Einsichten. es sind dies die Kühle und die Leere. In einer Kritik zu einer Ausstellung in Cadaques findet sich der Hinweis, dies sei una pintura de soledad.

Ein scheinbarer Widerspruch zu dieser Bemerkung entsteht, wenn Heinze berichtet, wie er seine Motive findet. Es sei ihm darum zu tun, Bilder fest zu halten, die Eindrücke seines Naturerlebens wiedergeben. Ihm falle etwas als motivwürdig dann auf, wenn ihn eine Szenerie anrühre. Der synästhetische Eindruck sei es, den er in einem Bild zu fassen suche. Das sei es, das ihm den Antrieb zum Malen gebe. Solche Orte halte er dann fotografisch fest - die Gemälde entstehen im Atelier. Dabei erfährt das Motiv weitgehende kompositorische Veränderungen, die den momenthaften Eindruck noch verdichten. Genau dadurch wandelt sich das punktuelle und subjektive Erlebnis einer Szenerie zu etwas über sich hinaus Weisendes. Hier geschieht es, dass Heinzes reine Freude an einer schönen Impression, die er mitteilen will, sich als etwas nur bedingt Vermittelbares entpuppt. Schönheit zu empfinden ist etwas höchst Subjektives. Was der eine ästhetisch nennt, ist dem anderen fern. Der Einzelne ist in seiner Entscheidung über die Schönheit allein - einen allgemeinen Kanon gibt es nicht. Das macht dann - auch im psychologischen Sinne - das Gefühl der Einsamkeit vor Heinzes Gemälden wie Brücke oder anderen aus.

Dass Heinze seine Bilder aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus gestaltet, dass es ihm eben nicht um den impressionistischen, momenthaften Sinneneindruck geht, drücken auch seine lakonischen Bildtitel aus: Weg, Strand, Platz usw. bezeichnen vor allem etwas Typisches, weniger einen konkreten Ort oder Augenblick. Typisch aber ist ihnen das Element des Realistischen. Und realistisch meint hier über das gegenständliche und naturnahe Abbilden hinaus die Einsicht in Gesellschaftliches. So sind Heinzes Darstellungen nicht als affirmative Feier der pittoresken Szenerie zu verstehen, vielmehr steckt in ihnen der Widerhaken, der einen an die Bedrohung des Schönen zu denken zwingt.

willy athenstädt

Kunsthalle Bremen

¹Kat. Ausst. Edward Hopper 1892 - 1967, Düsseldorf 1980, S. 27

² Kat. Ausst. Edward Hopper 1892 - 1967, Düsseldorf 1980, S. IX

 

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Im Norden

"Im Norden"

Katalog 2003

Text: Nils Ohlsen
Kunsthalle Emden


 Katalogtext:

“Im Norden"

Ungleichzeitiges im Gleichzeitigen

Werner Heinze schöpft seine Bildwelt ganz und gar aus der Gegenwart des von ihm erlebten Diesseits. Die vom Künstler "Im Norden" betitelte Werkauswahl aus den Jahren 2000-2002 kann als ein Journal von ihm gegangener Wege, Wanderungen und Reisen bezeichnet werden. Mit der stets bei sich geführten Kamera eingefangen, um dann in zeitlichem Abstand im Atelier mit Ölfarben ins meist große Format umgesetzt zu werden, finden sich Motive aus der unmittelbaren Umgebung seines Hauses: Bilder der nahen Stadt Oldenburg, Landschaften aus deren weiterem Umland sowie Darstellungen von der Ostseeinsel Fehmarn.

Landschaft ist in Werner Heinzes Bildern stets die vom Menschen geformte, manipulierte, benutzte Natur. Unspektakuläre Kulturlandschaften wie Felder, Deiche und Kanäle finden sich ebenso wie romantische Parklandschaften oder von Natur umgebene Gebäude. Seine Stadtlandschaften blenden Verweise auf die Gegenwart nicht aus, bevorzugt zeigen seine Bilder jedoch historische Gebäude. Die mehrfach thematisierten weißen klassizistischen Palais und das aus der gleichen Epoche stammende Staatstheater der Stadt Oldenburg mit seinen Säulenportalen und langen Fensterfluchten werden stets in harmonischem Bezug zum Wasser und zur Natur gezeigt. Der unweit gelegene Schlossgarten wird ganz im Sinne romantischer Gartenkunst als vom Menschen inszenierte Natur erfahrbar. Immer betonen diese Werke die harmonische Verbindung von Natur- und Stadt- bzw. Kulturlandschaft, die Möglichkeit der Symbiose von Kultur und Natur, Geschichte und Gegenwart. Der Künstler scheint sich in eine andere Zeit zu malen, ohne dabei den Kontakt zur Gegenwart zu verlieren. Sie zeigen, was da ist, verheißen aber auch, was da sein könnte. Häufig auftretende Brücken-, Boot oder Flussmotive sind ebenso reich an Assoziationen von Sehnsucht und Fernweh wie die Schienen eines fahl beleuchteten nächtlichen Bahnhofs.  Wasser und Ufer, Brücken, Tore, Bäche, Horizonte, Boote und Straßen verheißen Übergänge und Grenzen ins Unbestimmte. Wie die prachtvolle Architektur des Klassizismus verweisen auch diese Motive auf die Dimension der Zeit. Heinze ist ein Spurensucher im Diesseits, unentwegt auf der Ausschau nach Orten, an denen die ablaufende Zeit für einen Moment still zu stehen scheint. Seine Bilder werden zur Projektonsfläche für Räume und Zeiten scheinbar jenseits vom Hier und Jetzt der Gegenwart. Nicht selten wirken diese Orte wie verwunschen. Dabei hält er den Betrachter auf Distanz: immer wieder charakterisiert die Werke der Blick auf die zugleich trennende und verbindende Linie zwischen Land und Wasser, Nähe und Ferne: Indem sein Blick in die Tiefe des Bildraumes geführt wird erfährt er die Entfernung zwischen dem Hier seiner Gegenwart und dem Dort des Bildes.

Leicht ist man versucht zu denken, Werner Heinze instrumentalisiere seine Kunst im Sinne einer Dokumentation unterschiedlicher Radien seiner Lebensumgebung. Die Werke zeugen von der Liebe des Künstlers zur Landschaft, seiner Faszination für ihre perspektivische Entwicklung und seine Begeisterung für ihre gegenständliche Vielschichtigkeit. Doch ist Heinze kein Chronist, der mit seinen Bildern eine Art Tagebuch führt, um sich der Orte seiner Wege und Reisen zu erinnern. Die Bilder sind weit entfernt von seismographisch-passiven Niederschriften. Heinze sucht nach etwas anderem. Das Unveränderliche einer Landschaft scheint seiner Bildvorstellung lediglich als Ausgangspunkt zu dienen. Der stets deutlich sichtbare Pinselstrich fixiert etwas auf der Leinwand, das über die bloße Dokumentation der Landschaft herausgeht. Heinzes Bilder ziehen durch ihre von der Farbe getragene Atmosphäre in ihren Bann. Die Bilder scheinen in der Schwebe zwischen Gesehenem und Gespürtem zu verharren. Nicht die materielle Oberfläche der einzelnen Dinge, sondern ihre Erscheinung durch das Licht, das auf sie fällt, sie spiegelt, Reflexe auf ihnen hervorruft, sich auf ihnen bricht oder sie verschleiert ist der eigentliche Gegenstand seiner Bilder und das entscheidende Kriterium für die Wahl seiner Motive. Dabei ist die Bildstruktur von einem Gleichgewicht zwischen disziplinierter Umsetzung der Sehdaten und der freien Gestik charakterisiert.

Indem er die unzähligen Details einer Landschaft in ein atmosphärisches Ganzes umgießt, bringt Werner Heinze das Verbindende ihrer Erscheinung, ihren Kern oder ihre Essenz zum Ausdruck. Erst im Nachfühlen der Landschaft durch den Duktus des Pinsels wird ihr eine Dimension entlockt oder verliehen, die die Werke von topographischen Dokumentationen unterscheidet. Gegenständlichkeit ist in den Werken immer zugleich als Malerei erfahrbar. Heize will nicht mit künstlichen Effekten eines expressiven Duktus überraschen oder verblüffen. Er schlägt eine ruhige damit aber tiefgehende Tonart an, die der Stille seiner Motive entspricht. Gerade in den dunklen Partien schattiger Uferzonen, in denen sich einzelne Lichtreflexe in Farbspielen fangen, stößt das Auge an der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und expressiv aufgetragener Farbmaterie immer wieder auf spannungsreiche Harmonien, die der vermeintlichen Dunkelheit optische Sensation intensiver Farbigkeit entlockt. Zwischen der exakt beobachteten Naturstofflichkeit des Motivs und der autonomen Materialität der Farbe öffnet sich der Zugang zu einer Bildwelt, in der die Atmosphäre einer Landschaft und Stimmung des Künstlers in enger Beziehung stehen.

Doch ist es nicht allein das dargestellte Motiv, sondern in besonderem Maße der Blick, der den Bildern ihren eigenartig fernen, zeitlosen Charakter verleiht. Ausschnitt, Perspektive und Betrachterstandpunkt sind bewusste Entscheidungen des Künstlers, die seinen Blick und seine Haltung gegenüber dem Motiv kennzeichnen. Geradezu respektvoll hält Heinze Distanz zu den von ihm entdeckten Orten, so als könnte sich ihr atmosphärischer Zauber bei genauerem Erkunden verflüchtigen. Nichts verbaut dem Betrachter den Blick. Im Gegenteil: das Zentrum der Bilder bleibt oftmals "leer"; zentrale Hauptmotive fehlen. Die Kompositionen bezeichnen zumeist dynamische Blickwege in den Raum des Bildes. Breitgelagerte, flächige Vordergründe dienen als optische Barrieren zum Bildraum, der sich motivisch erst jenseits des Mittelgrundes voll entwickelt. Heinze wählt stets die große Sicht: Wie eine Bühne breitet er die Landschaft aus. Doch wo sind die Akteure? Der Künstler beansprucht seinen Bildraum für sich allein: fast durchweg sind seine Landschaften menschenleer, nur selten sind schemenhaft vereinfachte Figuren in großer Entfernung auszumachen. Anekdotisches sucht man vergebens. Die Bilder erzählen keine Geschichten, markieren keinen zeitlichen Ablauf. Sie sind Bühnen für das Auge des Künstlers bzw. Betrachters, der optisch vom Raum Besitz ergreift.

Werner Heinze beherrscht die Kniffe romantischer Bildkonzeption von Carl Blechen bis Edvard Munch, die den Bildraum zum zeitlosen Resonanzraum der Emotionen des Betrachters machten. Fasziniert von Bildkonzeptionen der Landschaftsmalerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts umgeht er bewusst den Zwang zur Innovation. Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners bereiste er die Ostseeinsel Fehmarn. Schon 1983-88 wählte er Cadaqués, einen Ort unweit der berühmten mediterranen Motivwelt der Neoimpressionisten als Arbeitsort. In seiner Kunst begibt er sich immer wieder auf eine Zeitreise, die Vergangenes nicht wiederholen, aber doch erahnbar machen will.

Werner Heinze hat ein Gespür für Situationen, die durch ihren optischen Reiz etwas Zeitloses aufblitzen lassen: in seinen Bildern entsteht etwas, was sich als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen bezeichnen lässt: durch die Konzentration der Atmosphäre einer Landschaft im malerischen Prozess wird der Ort aus seiner Alltäglichkeit oder zeitlichen Bedingtheit gehoben und neu erfahrbar. Die Arbeiten leben von dem unermüdlichen Drang, sich immer wieder des zeitlos Schönen im Licht der Gegenwart zu vergewissern. Seine Bilder sind keine nostalgischen Fluchten in eine schwelgerische andere Realität, sondern Verweise auf ästhetische Nischen im Diesseits, die den Blick wie durch geöffnete Fenster für den Moment in eine andere Realität schweifen lassen.

Dr. Nils Olsen, Kunsthalle Emden, 2003
 

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Orte

"Orte"

Katalog 2013

Text: Marion Bertram
Bremen


 Katalogtext:

“Orte"

Zur Malerei von Werner Heinze

Den Begriff „Orte“ als Thema für seine Malerei zu nennen erscheint vielleicht zunächst etwas vage, unfasslich, zu allgemein, doch bei näherer Betrachtung wird er als Klammer für Werner Heinzes künstlerisches Œuvre, für sein über viele Jahre beständiges malerisches Interesse, sehr einleuchtend. Was ist gemeint, wenn wir von einem Ort sprechen? Zunächst berührt diese Bezeichnung eine räumliche und zeitliche Dimension. Hier und jetzt. Sofort schließt sich die Frage an, was macht einen Ort spezifisch, was gibt ihm Charakter, damit er malerisches Motiv werden kann? Orte sind Haltepunkte. Sich ihrer bewusst zu werden, bedeutet sinnliche Wachheit und das Erleben von Gegenwart. Durch ruhige Beobachtung den Blick auf das zu richten, was nicht durch vordergründige Bewegung oder schnellen Wechsel unsere Aufmerksamkeit bindet. Es ist vielmehr ein Anhalten, die Szenerie mit ihrem optischen Reiz aufnehmen, das Einzigartige im Allgemeinen, All-ein, ein situativer Moment, ein kurzes Innehalten, Raum und Zeit erleben, Vergegenwärtigung. Dieser Erfahrungsdimension Ausdruck zu verleihen, kann Malerei ein Mittel sein.
Wenn wir die Bedingungen der Bildfindung des Malers einigermaßen geklärt haben, wird deutlich, dass das anfänglich unkonkret erscheinende Motto nunmehr ein großes, offenes Feld für potentielle Motive bietet. Für Heinzes Bilder ist es, wie ich denke, passender, nicht von Landschaften zu sprechen, als vielmehr von einem Ort in der Natur oder in der Stadt, einem Ort im privaten oder öffentlichen Raum. Die Bezeichnung „Orte“ hat mehr mit Anwesenheit, mit Verbundenheit zu tun als mit der Vorstellung von einer bestimmten Umgebung. Was einen Ort wesentlich erfahrbar macht, ist der Blick, das Sehen, die Beobachtung und die Aufnahme seiner Atmosphäre. Der amerikanische Fotograf Edward Weston erklärte: „Als Voraussetzung für ein gutes Bild (Foto) müssen drei Momente zusammenkommen: Das Motiv muss sich zeigen, der Fotograf (Maler) muss es erkennen und just in diesem Augenblick sein technisches Equipment parat haben.“ Möglicherweise ist diese Erkenntnis heute bereits Allgemeingut.

Wir sehen in Werner Heinzes Bildern die Wirklichkeit, die uns umgibt, keine exotischen Orte vom anderen Ende der Welt, keine Phantasiegebilde oder irritierende Überblendungen, vielmehr sind es gemalte Übersetzungen von optischen Eindrücken und Stimmungen aus Norddeutschland und dem Mittelmeerraum, die uns einigermaßen bekannt sind, doch hier in ihrer malerischen Inszenierung neu vor Augen treten. Die Erinnerung an visuelle Phänomene und eigene Naturerfahrungen, das heißt, unser affektives Gedächtnis wird angesprochen, was uns der Atmosphäre in diesen Bildern näher kommen lässt. Heinze ist zwar in den letzten Jahren immer realistischer, detailgetreuer, erzählerischer geworden, doch der Themenkanon seiner Malerei ist seit vielen Jahren konstant geblieben. Er umfasst lichtdurchflutete, relativ offene Landschaftsräume mit wenigen Menschen oder lichte Wälder und Baumreihen, die seinen Bildraum strukturieren. Menschen werden aus der Distanz beobachtet und eingebaut, um die Szenerie zu gliedern.
Neben den Lichtformulierungen (Schattenbildung und Spiegelung), geprägt von Wetter, Jahres- und Tageszeiten, sind Bildraum öffnende Motive wie ins Bild führende Wege, Verläufe von Flüssen und Straßen ein Schwerpunkt dieser Malerei. Dazu gibt es ein kleineres Konvolut von Stillleben und Interieurs aus der Nahsicht. Wir erkennen den aufmerksamen Beobachter, der das Gesehene in Malerei übersetzt, das heißt, einerseits gibt es die realistische Abbildung, dazu größere Partien abstrakter Bildflächen und die durch den Blick konstruierten Bildräume. Genaue Beobachtung aus der Distanz. Die Welt als Bühne, aus der Nahsicht oder als weit gefasste Aussicht in die Ferne.

Im Bild einer Stadtansicht von Palma de Mallorca (S. 46/47) sind neben den menschlichen Figuren auch die Straßenschilder, Laternen und Palmen vertikale Figuren, die dem Raum, hier dem sommerlich vibrierenden Passeig maritim, Proportion und Struktur geben. Die Menschen im Bild sind als Personen unkenntlich, doch sie erfüllen die gleiche Funktion wie die aufragenden Palmen, Straßenschilder und Laternen, die mit ihrem Schattenspiel auf hellem Grund die horizontale Ebene markieren. Die farblich aufgehellte Grundstimmung eines heißen Sommertages lässt sich, wenn auch ganz anders, ebenso in einem Winterbild (S. 61) finden. Die Bildfigur eines Anlegers im Schnee ist eine Art Raumzeichnung, ein architektonisch markantes Element, was durch seine dramatische Schattenfigur noch prägnanter und eindrücklicher wird. Die Szenerie erscheint in mildem Licht, farblich reduziert, fast schwarz-weiß und besticht durch ihre starken Kontraste.


Übergangszonen
Neben Küsten und Ufern, Eindrücken von Wasser und Strand sind bevorzugte Motive die Straßen einer Stadt mit wenigen Menschen, Boote und Stege, Wege, kleine Brücken, eine geöffnete Eingangspforte, mittig ins Bild gesetzt, einladend, bühnenartig. Bewusst oder unbewusst werden hier in offener, einladender Weise Grenz- und Übergangssituationen thematisiert.
Eines der Strandbilder (S. 19) zeigt zwei Strandläufer an der Wasserkante, ein offener Himmel, ein offener Bildraum. Die untere Bildhälfte deutet eine Wasserpartie an, wo sich die Spiegelung der Figuren fast in Abstraktion auflöst. In einem zweiten großformatigen Strandbild (S.33) sehen wir vereinzelte Menschen am Strand, auch hier dominiert die Weite der Landschaft. In der Ferne erscheinen die Menschen wie Punkte, im Vordergrund gibt es größere Figuren. Doch in Heinzes Bildern sind Menschen lediglich Bezugsgrößen und nie als Personen verdeutlicht. Die Figuren sind wichtig, sie bilden sozusagen die Parameter, wie der Maler erklärt, eine Art Richtgröße und machen den im Bild formulierten Raum anschaulich, fassbar, realer. Wesentliches Element des Bildes ist das Wasser und die feuchte Zone des beständig bespülten Sandes. Farbige Sandstreifen erscheinen in Ocker, Rosé, Orange bis Hellgelb, daneben ein Farbverlauf des Wassers von grau zu aufgehelltem Blau bis Grün, der Anflug eines Komplementärkontrastes. Ansonsten sommerduftige Leichtigkeit. Neben den Spiegelungen werden Schatten als Gegenüber formuliert. Sie geben den Bildthemen wesentlich Gehalt und sind oftmals das strukturelle Gerüst der Bilder. Einerseits ist der Schatten nicht greifbar, ein materielles Nichts, aber als Formulierung des Lichts ein eigenes Wesen, was zur Bildfigur gehört und seine Anwesenheit an einem Sommertag vervollständigt, ja die Figuren in gewisser Weise plastiziert und beglaubigt.
In den Strandbildern ist derjenige Moment, in dem sich für kurze Zeit eine Spiegelfläche darbietet, eingefangen. Wir sehen eine Strandpartie, erinnern uns vielleicht an die Glätte dieser Flächen, seine von Feuchtigkeit gesättigte Oberfläche, die für Sekunden ein Abbild zeigt. In der Spiegelfläche sehen wir die Menschen am Strand, aber auch die Wolken und farbiges Himmelslicht. Eigentlich ist es Zauberei, nicht festzuhalten, nicht zu fixieren. Ein purer, vergänglicher Moment, der sich durch die verlässliche, rhythmische Bewegung der Brandung immer wieder einstellt. Es ist ein beständiges Kommen und Gehen einer optischen Erscheinung, die denjenigen fasziniert, der mit offenen Augen durch die Welt geht und Muße hat, der geübt ist in langer Beobachtung mit dem Sinn für Farben, Strukturen und Atmosphären. Künstler sind Augenmenschen. Malerei ist auch ein Moment der Selbstvergewisserung, für ein zweckfreies Dasein. Sie ist der Nachvollzug eines sinnlichen Erlebens der Natur, draußen sein, dem Wetter ausgesetzt, Farben, Licht, Weite, Endlosigkeit. Während Innenräume Schutz und Ruhe bieten, aber eben auch Einschränkung und Begrenzung. Gut, wenn man diese Gegensätze wahrnimmt und im Atelier durch Malerei bearbeiten kann.
Werner Heinze liebt die Erscheinungen des Lichts und weiß um ihre Flüchtigkeit. Mit den Lichteindrücken der sonnigen Tage des Südens sieht er auch die Küste, die Park- und Gartenwege Norddeutschlands. In einem großformatigen Bild mit einem schattigen Waldweg wecken, neben der lockeren Anordnung der Bäume, die einfallenden Sonnenflecken unsere Aufmerksamkeit. Aber nicht nur der Sommer mit seinen satten Farben, auch der Winter gibt durch die jahreszeitlich bedingte Farbreduktion den Bildgegenständen stärkere Kontur und zeigt an kalten Sonnentagen reizvolle Schattenkonstellationen. Ähnlich den Spiegelflächen am Strand wecken visuelle Phänomene im städtischen Raum das Interesse des Malers. Regennasse Straßen und Gehwege bei Abendlicht (S.27,29,56) zeigen Lichtreflexionen, die neben den figurativen, realistischen Elementen als abstrakte, ungegenständliche Flächen wichtige Bildteile werden. Hier handelt es sich wiederum um eine zeitliche Übergangszone. Allmählich geht der Tag, bald bricht die Dunkelheit herein, die Szenerie verändert sich komplett, doch Städte sind immer hell. Farbige Lichtakzente, die Lichtpunkte der Ampeln, Autoscheinwerfer und Leuchtreklamen bilden die Spots, die sich in malerisch leicht formulierte regennasse Spiegelflächen einschreiben. Die Flächen begleiten die Schilderung des Straßenlebens, wobei das Fluidum der Nässe und die Luftfeuchtigkeit spürbar werden.
Das Bild "Bar" (S.13) thematisiert eine weitere Variante des Übergangsthemas, und zwar einen Wechsel der Perspektive mit der allmählichen Öffnung des Blicks vom Innen- zum Außenraum. Von einer unteren dunklen Bildzone eines möblierten Innenraums im Vordergrund öffnet sich der Blick über die lichtbeschienene Terrasse hin zur Weite des offenes Meeres in großer Helligkeit.


Der Weg zum Bild
Die Bildmotive sind im Wesentlichen mit dem Fotoapparat eingefangene Erfahrungen in verschiedenen Landschaftsräumen und ein Verweis auf eine erlebte Situation an einem bestimmten Ort. Malerei kann der Versuch sein, Glücksmomente zu bannen, wie der Maler erklärt. Werner Heinze malt mit Öl auf Leinwand. Er bevorzugt Ölfarben, da diese langsamer trocknen und länger offen sind als Acryl. Sie ermöglichen Vermalungen und Farbmodulierungen, eine Qualität, die Heinzes Arbeitstempo entspricht und seinem Wunsch nach einem bestimmten Farbausdruck und präzisen Formulierungen entgegenkommt. Es ist auch eine Frage der Mentalität, welche passenden Mittel man wählt. Die Formate haben eine gewisse Größe, die das körperliche Agieren, die Bewegung und Motorik des Malers bei der Arbeit nachvollziehbar machen.
Auf Wanderungen und Spaziergängen hat Heinze immer die Kamera dabei. Er findet Bilder für sein fotografisches Skizzenbuch und verarbeitet seine gesammelten Motive später im Atelier. Die Gemälde sind selbst in realistischer Malweise, in am Gegenstand orientierter, scheinbar objektiver Auffassung, immer subjektive Interpretationen des Gesehenen. Zu Beginn des malerischen Prozesses, sozusagen als notwendige Vorarbeit, erfolgt mit einem gewissen zeitlichen Abstand ein erneuter Blick auf das Foto. Es ist der zweite Moment der Interpretation von Wirklichkeit: einblenden, zuschneiden, den Gegenstand heranholen, fokussieren und in ein Umfeld einbetten, um ihn letztendlich im Bild in Szene zu setzen. Das ist die Arbeit am Bildkonzept. Was will ich machen und wie will ich es machen? Hier werden Fragen der Proportion, der geeigneten Formatgröße, der Malweise geklärt. Heute ist klar, Malerei und eben auch realistische Malerei, ist Konstruktion von Wirklichkeit. Für einen realistischen Maler, der die Landschaft und in ihr bestimmte Orte einerseits zum „Zeitzeugen“ macht (so hab ich es gesehen), erscheinen Heinzes Bilder in mancher Hinsicht aus der Zeit gefallen, ja zeitlos.
In diesen Bildern wird das scheinbar Beiläufige, das Banale in den Blick genommen, um es mittels Malerei zu exponieren und den Motiven gleichsam eine Bühne zu bieten.
Bei genauerem Hinsehen wird nachvollziehbar, wie die Bilder gemalt sind. Sie entstehen innerhalb weniger Tage, in einem konzentrierten Malprozess, der keine größeren Unterbrechungen duldet. Leitend ist ein Malfluss, ein bestimmtes Spannungslevel. Das Bild muss „runtergemalt“, in einem inneren, mentalen Zusammenhang ausformuliert werden, sonst reißt etwas ab und Fremdheit in der Formulierung, zu viel Distanz schleicht sich ein, die sich visuell, erstaunlicherweise auch für den Betrachter, mitteilt. Es wäre ein unnötiger Bruch, den das Bild nicht braucht. Nachdem das Bild sozusagen „in einem Guss“ gemalt und abgeschlossen ist, braucht es Ruhe und für einige Zeit Ablagerung. Die notwendige Überprüfung des Malers, mit der Frage: Hat es Aussagekraft, Bestand und Gültigkeit? Dies ist eine notwendige Qualitätskontrolle, die jedes Bild durchlaufen muss.

Romantischer Realismus
Der Wirklichkeit mit romantischer Gestimmtheit begegnen und mit analytischem Gespür für Licht, Raum, motivischem Zuschnitt und einem Sinn für den optischen Reiz des besonderen Moments wird als Herangehensweise des Malers unverkennbar. Einerseits finden wir die realistische Abbildung, fast dokumentarisch, ortsbezogen und zugleich die Wiedergabe eines allgemein optischen Phänomens von Licht und Schatten in der Natur oder in städtischen Räumen. In der nächtlichen Stadt werden die Lichtverhältnisse von elektrischen Lichtquellen bestimmt, die der Maler als farbige Lichtpunkte und Signale setzt und als Reflexionen ausformuliert. Zudem gibt es in vielen Bildern größere abstrakte Partien, optisch reizvolle Flächen, pure Malerei, gleichsam das Eigenleben der Spiegelungen. Hier geht es um den Grad der malerischen Freiheit, und zwar darum, wie stark der Realitätsbezug zu halten ist, beziehungsweise inwieweit sich die Bildfigur auflöst. Eine der großen Fragen zu Beginn der Moderne. In einigen Bildern von Werner Heinze (Spiegelflächen am Strand und regennasse Straßen) könnte man die informellen Flächen als Hauptdarsteller bezeichnen, die in mancher Hinsicht an van Goghs Kornfelder erinnern. Diese Bilder waren eine völlige Überforderung für die Zeitgenossen dieses großen Neuerers. Zwei Drittel der Bildfläche gelbliches Ocker als offene Struktur, gestaltet nur durch die Pinselführung. Das sollte Malerei sein? Auch Monets Seerosenbilder kommen in den Sinn, welche bereits die völlige Freiheit (Auflösung des Gegenstands) der Malerei angedeutet hatten. Darüber hinaus gibt es Anklänge an Bilder von Caspar David Friedrich, der bei aller Entrücktheit mit heimischen, vertrauten Landschaften Erinnerungen hervorholen konnte und tiefen Wünschen ein Projektionsfeld anbot, indem er „reale“ Sehnsuchtsorte entwarf. Er wusste, was er wollte, nämlich den Betrachter durch seine Bildkonstruktionen seelisch berühren und die emphatischen Potentiale des Bildbetrachters aktivieren. Vielleicht sind wir heute eine Spur nüchterner, zumal durch den Gebrauch von Medienbildern in Distanzierung geübt. Einerseits sehen und erleben wir die Wirklichkeit, wir halten sie fest in Fotografien und nicht zuletzt haben wir bereits eine medial vermittelte Seherfahrung. Alle drei Ebenen überlagern sich und existieren hierarchielos als vorhandene Bildschichten, bevor die Übersetzung in ein gemaltes Bild beginnt. Man könnte auch sagen, dies ist die eigentliche „Vorzeichnung“ oder das Display, auf dessen Basis heutige Malerei entsteht und betrachtet wird.
Man kann die Bilder Werner Heinzes als Einladung verstehen, durch die offene Pforte und über die Brücke zu gehen, in seine Bilder einzutauchen, um die darin ausgebreitete Atmosphäre aufzunehmen. Und sie sind auch eine Aufforderung an uns, sich Zeit zu nehmen, um die Welt, den Ort, an dem man gerade ist, viel aufmerksamer zu betrachten. Müßiggang ist aller Anfang.

Marion Bertram, Bremen, 2013
 

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Ausstellungen

1983  Cadaqués (E), Galerie Es Portal 
1984  Cadaqués (E), Galerie Sa Llumenera 
1985  Cadaqués (E), Galerie Sa Llumenera 
1986  Figueras (E), Galerie Canaleta 
  Cadaqués (E), Galerie Carlos Lozano 
1987  Wildeshausen, Landkreis Oldenburg 
1988  Hude, Galerie Klostermühle 
  Rastede, Palais 
1991  Cadaqués (E), Galerie d´Art L´Amistad 
  Diepholz, Galerie Brey 
  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne 
1992  Cadaqués (E), Galerie Ateneu de Cadaqués 
1993  Cadaqués (E), Galerie d´Art L´Amistad  
  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne 
  Cholet "11. art d´Oldenburg" (Katalog) 
1994  Berlin, Galerie Leutloff 
  Wanderausstellung "gemalt - gedruckt zwischen Weser + Ems" (Katalog) 
1995  Berlin, Galerie Leutloff 
  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne 
  Neustadtgödens, Galerie Schlieper 
1996  Burg/Fehmarn, Burg Galerie 
  Rietberg, Galerie im alten Gericht 
1997  Groningen (NL), Galerie Albion Putti 
  Sögel, Emslandmuseum Schloß Clemenswerth 
  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne 
1998 Berlin, Galerie No. Tre 
1999 Groningen (NL), Galerie Albion Putti  
2000  Burg/Fehmarn, Burg Galerie  
  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne  
2001  Sögel, Emslandmuseum Schloß Clemenswerth  
2002  Rietberg, Galerie im alten Gericht  
  Remscheid, Galerie Wroblowski 
2003  Kunstverein Nordenham 
2004  Puhlheim, Galerie Wehr 
  Kevelar, Galerie Kocken 
2005  Bad Zwischenahn, Galerie Moderne   
2006 Meppen, Kunstkreis Meppen
  Georgsmarienhütte, Villa Stahmer
2007 Brunnthal, Galerie Kersten
  Münster, Galerie Schemm
  Zentrale der Oldenburgischen Landesbank
2008 Remscheid, Galerie Wroblowski 
  Osnabrück, Galerie Moser
2009 Bad Zwischenahn, Galerie Moderne
2010 Münster, Galerie Schemm 
  Dornum, Kunsttage
2012 Wilhelmshaven, Stiftung Burg Kniphausen 
2012 Verden, CasarettoArt 
2013 Bad Zwischenahn, Galerie Moderne 
Landesmuseum für Kunst und Kuturgeschichte, Oldenburg  
2014 Galerie Schemm, Münster 
Galerie Elzenheimer, Schwalbach/Ts.
2015 Galerie Moderne, Bad Zwischenahn
Galerie Kersten, Brunnthal
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Atelier

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Galerien

Meine Arbeiten finden Sie in folgenden Galerien:

    

GALERIE MODERNE
    
Am Delf 37
26160 Bad Zwischenahn
Tel: 04403/5429
Fax: 04403/63450
www.galeriemoderne.de
    

Altstadt Galerie
    
Kölnerstr. 14
42897 Remscheid
Tel: 02191/25910
Fax: 02191/294740
www.altstadt-galerie.de
    

Burggalerie
    
Rathausstr. 18
23769 Burg / Fehmarn
Tel: 04371/1222
Fax: 04371/1743
www.burg-galerie.de
    

Galerie Szepanski
    
Breite Str. 41
33397 Rietberg
Tel: 05244 77712
Fax: 04371/1743
www.burg-galerie.de
    

Galerie Schemm
    
Rothenburg 38
48143 Münster
Tel: 0251 43241
www.galerie-schemm.de
    

Galerie Kersten
    
Otterloher Str. 6
85649 Brunnthal
Tel: 08102 1440
Fax: 08102 3103
www.galerie-kersten.de
    

Galerie Moser
    
Hegerstr. 26
Osnabrück
Tel: 0541 29456
Fax: 0541 21899
http://www.galerie-moder.de
    

CasarettoArt
    
Brückenstraße 4-6
27283 Verden
Tel: 04231 2144
Fax: 04231 85082
http://www.casaretto-art.de
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Aktuelles

10. März 2017

Einzelausstellung, Arbeiten aus den Jahren 2014 - 2017

GALERIE MODERNE, Am Delf 37, 26160 Bad Zwischenahn, 04403-5429 www.galeriemoderne.de

 

ab 20.November 2015

"Sonnige Momente"

WERNER HEINZE, DETLEV HUMMELT, KATHARINA LICHTENSCHEIDT, ANDREAS LUTHERER, RALPH PETSCHAT, ROSE RICHTER-ARMGART, PUCK STEINBRECHER, REINHARD ZADO.



Vorstellung des Galeriekalenders 2016
"Sonnige Momente"

GALERIE MODERNE, Am Delf 37, 26160 Bad Zwischenahn, 04403-5429 www.galeriemoderne.de


26. Juni - 31. Juli 2015

Einzelausstellung GALERIE KERSTEN, Otterloher Straße 6, 85649 Brunnthal, 08102-1440, www.galerie-kersten.de

24. April - 5. Juli 2015

"40 JAHRE  Der Blick zurück nach vorn"    Jubiläumsausstellung mit 23 Künstlern    GALERIE MODERNE, Am Delf 37, 26160 Bad Zwischenahn, 04403-5429 www.galeriemoderne.de

21. November 2014 - 25.1.2015

"DIE FARBE BLAU" Sehnsucht - Weite - Traum 12 Künstler zeigen Bilder und Objekte Der Kalender 2015 DIE FARBE BLAU wird auf der Vernissage am 21.11. präsentiert GALERIE MODERNE, Am Delf 37, 26160 Bad Zwischenahn, 04403-5429 www.galeriemoderne.de

20. Juni - 19. Juli 2014

LANDSCHAFTEN Malerei und Fotografie 9 Künstler und ihr Blick auf die Landschaft CasarettoArt, Brückstraße 4-6, 27283 Verden www.casaretto-art.de

9. Mai 2014 - 29.Juni 2014

Wo Land und Wasser sich berühren... Malerei und Skulptur, mit Beate Bitterwolf, Daniel Eggli, Detlef Hummelt, Katharina Lichtenscheid Lars Möller, Puck Steinbrecher und Till Warwas STADTGALERIE BAD SODEN AM TAUNUS, Königsteiner Straße, 65812 Bad Soden Eine Veranstaltung der GALERIE ELZENHEIMER, 06196 – 82121

17. Mai 2014

Werner Heinze / Malerei Martin McWilliam / Keramik Susanne Kraißer / Bronze GALERIE SCHEMM Münster, Rothenburg 38, 0251 43241 Vernissage am 17.5. um 14.00 - 18.00 Uhr

14. November 2013 - 5. Januar 2014

greenart II oder: Die Kunst den Grünkohl zu sehen Ausstellungsprojekt mit 18 Künstlern zum Thema Grünkohl Eröffnung am 14.11.2013, 18:00 im Schloß/Landesmuseum LANDESMUSEUM FÜR KUNST UND KULTURGESCHICHTE, OLDENBURG Katalog

22.November 2013 - 16.Februar 2014

Ufergeschichten - Bilder von 7 Malern mit Beate Bitterwolf, Detlef Hummelt, Katharina Lichtenscheidt, Lars Möller, Puck Steinbrecher und Till Warwas GALERIE MODERNE, Bad Zwischenahn, 04403 5429

23. August - 3. November 2013

Einzelausstellung, Arbeiten aus den Jahren 2011 - 2013 Es erscheint der neue Katalog mit dem Titel "Orte", Text Marion Bertram, Kunstwissenschaftlerin M.A., 34 farbige Abbildungen, fester Einband, Fadenheftung GALERIE MODERNE, Bad Zwischenahn, 04403 5429

9. November, 19.30 Uhr (bis 20. Januar 2013)

Präsentation des Kunstkalenders 2013 der Galerie Moderne. Der Titel des Kalenders lautet " G e g e n ü b e r s t e l l u n g e n " und zeigt zwölf Bilder zu sechs Themen von Werner Heinze und Puck Steinbrecher. Natürlich werden auch die Originale zu sehen sein. GALERIE MODERNE, Bad Zwischenahn, Am Delf 37, 04403 5429

14. September bis 12. Oktober 2012

Einzelausstellung Arbeiten Öl auf Leinwand CASARETTO ART, Verden, Brückstraße 4 - 6

1. Juli bis 19. August 2012

Einzelausstellung mit mehr als 30 meist großformatigen Arbeiten, darunter Bilder aus der Werkreihe "Stilles Leben" von 2011 und neuen Landschaftsbildern von 2011 und 2012. STIFTUNG BURG KNIPHAUSEN, Wilhelmshaven

30.Juni bis 9. September 2012

Ausstellungsbeteiligung GALERIE MODERNE, Bad Zwischenahn, Am Delf 37, 04403 5429 Sommerausstellung/Künstler der Galerie U.A. mit Christoph Böllinger, Klaus Fußmann, Ulrike Hogrebe, Ron van der Werf, Martin McWilliam, Harry Meyer, Ralph Petschat

16. Juni bis 4. August 2012

Ausstellungsbeteiligung GALERIE SCHEMM, Münster, Rothenburg 38, 0251 43241. Themenausstellung "Ein Tag am Meer" Mit Sabine Kasan, Puck Steinbrecher, Phil Billen, Clemens Heinl und Eberhard Szejsteki

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Arbeiten Öl auf Leinwand

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